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Landleben

Nun wohnen wir schon seit mehr als einer Woche in unserem neuen Heim. Die Tage verflogen. Und immer noch muss am alten Ort der Garten hergerichtet werden und in unserem neuen Haus ist noch längst kein Alltag eingetreten, geschweigedenn etwas Gemütlichkeit. Und doch, wider aller Erwartung von uns Erwachsenen, fühlen wir uns doch schon etwas heimisch in unserer neuen Umgebung. Dies konnte ich jedoch anfänglich gar nicht glauben. Denn mein Entsetzen war gross, als ich an unserem Umzugstag als erste alleine das leere Haus betrat. Wie sehr unterschied es sich doch von dem gemütlichen Eindruck, den wir bei unserer Besichtigung bei unseren Vormietern gewonnen hatten. Abblätternde Farbe, auf der Wand verlegte Stromkabel, teilweise nicht mal befestigt, klitschnasse Kellerwand, zerkratzte Türen und die Krönung, ein Drittel vom Garten abgetrennt für die Nachbarin, Kind des Vermieters. Dass dies so besprochen war, hatten wir irgendwie völlig missverstanden. Also stand ich den Tränen nahe da, als mein Mann mit dem Möbelwagen nach kam. Er dann genauso geschockt. Doch was konnten wir schon tun? Wohnung gekündigt, Mietvertrag für zwei Jahre unterschrieben, Kindergartenbeginn der Grossen in zwei Wochen hier am neuen Ort.
So zogen wir ein. Eine ganz furchtbare Nacht folgte für mich. Übermüdet, mit schmerzendem Körper und sorgenvollen Gedanken, die nicht aufhören wollten zu kreisen. Erst in den Morgenstunden begann ich in der Bibel zu lesen. Und da bemerkte ich Stellen, die ich die Tage vorher gelesen hatte und die mich eigentlich vorbereitet hatten. Ich wurde getröstet mit „Geht hin und nehmt das Land in Besitz.“ 5. Mose 1,8a oder „Das Land ist gut, das der HERR, unser Gott, uns gibt.“ 5. Mose 1,25 b und noch einige andere Stellen. Schon vor unserem Umzug fühlte ich mich wie Mose, der umher zog und einfach nicht seinen Platz fand. Wie wohl taten da diese Worte, gerade nach einem solchen Schock. Ich danke Gott von Herzem, dass ich mich ganz auf Ihn verlassen kann und nicht auf mich oder das, was ich sehe oder meine.
So geniessen wir nun, mit manchmal noch Wehmut nach unseren Freunden und Nachbarn in unserem Herzen, die neue Freiheit. Keine Angst, das Herumspringen unserer Kinder könnte den Nachbarn auf die Palme bringen, keine Angst, die Kinder könnten auf die Strasse laufen, wenn sie kurz alleine im Garten sind, beim Einräumen merken, dass trotz starken Ausmistens, noch Potential für weiteres Vereinfachen besteht, merken, dass der zukünftige Schulweg der grossen Kleinen viel einfacher und weniger gefährlich als gedacht ist, sich freuen an dem Einleben der Hühner, die noch ungehemmt den Garten für sich erobern. Doch was es uns besonders ermöglichte uns hier schnell ein zu leben, waren unsere Verwandten und Freunde. Schon zum Umzug kamen meine Nichte und ihr Freund für drei Nächte und halfen kräftig mit. Die Woche darauf kam eine meiner Freundinnen aus der alten Heimat und half beim Putzen, inzwischen hatten wir auch schon drei Besucher und Bewirtungen von Freunden. So füllt sich das Haus jetzt schon mit guten Erinnerungen und all diese Menschen halfen, uns hier zu Hause zu fühlen. Danke!

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Glück oder Segen?

Wir ziehen um. Schon wieder. Na gut. Es sind schon mehr als zwei Jahre um und nun wird es auch endlich wieder nach so langer Zeit dringend nötig, dass wir umziehen. Oder macht ihr das etwa anders?
Scherz bei Seite. Zwar haben wir gewichtige Gründe, warum wir hier weg ziehen und der neue Ort bietet auch wirklich einige Vorteile (grosser Garten, viel Platz zum verstauen), doch trotzdem bin ich auch traurig, dass wir hier weg ziehen. Wir hatten hier ein paar wirklich nette Nachbarn. Besonders eine Familie ist mir ans Herz gewachsen. Mit der Frau/Mutter hatte ich mich besonders gut verstanden. Wir hatten zusammen unserer Hühner gehalten. Jederzeit waren wir willkommen. Unsere Kinder durften bei ihnen im Garten spielen. Und im Besonderen durften wir auf ihren Ponys reiten und sie mit pflegen. Wenn die Familie in den Ferien war durften wir uns um die Ponys kümmern und das war für mich immer eine riesige Freude.
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Sehr gerne erinnere ich mich auch an die Ferien im letzten Jahr, als ich zusammen mit der Besitzerin eine Schnupper-Reit-Woche für ganz kleine Kinder anbot. Das hätte ich mir auch weiterhin so vorstellen können zu machen.
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Und nun? Nun sitze ich hier und mir kommen die Tränen. Mein Kopf ist leer und in mein Herz schleicht sich die Angst, einen Fehler zu machen. Doch Gott hat uns diesen Schritt durch mehrere Ereignisse bestätigt. Nur mein menschliches Vorstellungsvermögen kann es nicht fassen, dass es besser kommen könnte. Und ich möchte an dem Alten, Gutem und wie es scheint fast Perfektem festhalten. Aber eben nur fast perfekt.
Aber könnte sich auch in diesem Chaos wohl, geborgen und sicher fühlen?
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Wie schön ist es dann, wenn ich abends im Bett liege und mich voll auf den Herrn konzentrieren kann. Dann spüre ich, wie Er meine Sicherheit ist. Er ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Das tröstet sehr. Und noch mehr zu wissen, dass bald die Zeit kommt, in der ich mich immer in Seiner Nähe aufhalten darf, mich stets geborgen fühlen werde und keine Veränderung mehr auf mich zukommen wird, vor der ich Angst habe und die mich verunsichert. Danke!
2008.03.15.-geschnitten
Unter Seinem Segen zu leben ist mein Glück. Jedes andere Glück, wie jetzt die Wohnung und Nachbarn, ist vergänglich.

Grüne Weihnachten?

Naja, es scheint wohl wieder nichts aus meinen schönen Weihnachtsgefühlen zu werden. Pünktlich vor dem 24. setzte Tauwetter ein. Man konnte richtig zusehen, wie es draussen von Stunde zu Stunde grüner wurde. Aber so haben wir eine sichere Fahrt in meine alte Heimat. Und der eigentliche Sinn von Weihnachten ist sowieso die Geburt Jesu und nicht die romantischen Gefühle. Also „Auf Weihnachten!“

Stärke und Sanftmut

Das sind die zwei Eigenschaften, die ich gerne noch verstärkt hätte. Doch was ist eigentlich Stärke und was ist Sanftmut. Und wie erreicht man beides, besonders noch in dieser Kombination? Geht das überhaupt oder sind dies eigentlich Gegensätze?
Was meint ihr dazu?

Kreisch!!!

„…ich habe meinen iPad vergessen!“ So ähnlich klang es am Sonntag nachmittags. Seitdem komme ich hier halt kaum noch her. Wann hat man schon mal Zeit, sich von den Kindern weg zu schleichen und sich heimlich an den PC zu setzen. Und wenn sie es mitbekommen, dann kommt doch sicher immer so ein Händchen und patscht auf die Tastatur oder ein Fingerchen drückt ein Knöpfchen. Oder Mama muss bei irgendwas helfen oder die kinderunsichere Gegend ordnen, retten, sicher stellen. Ich geniesse die Zeit, da sie viel zu schnell vorbei geht und man sich dann immer noch anderem widmen kann.

Einfache Freuden

Vormittags wurde ein Ster Holz geliefert. Es lag mittags, als ich mit den Kindern vom Singen zurück kam, in der Auffahrt. Erst war ich erschreckt, da ich alles alleine stapeln musste. Ich dachte, es würde abends geliefert. Aber dann ging es besser, als gedacht. Danach hatte ich ein unglaublich gutes Gefühl. Es passt zu dem, was ich in letzter Zeit immer mehr fühle. Die Befriedigung, etwas wirklich sinnvolles getan zu haben und das Gefühl der Einfachheit und Echtheit.

Review

Heute zum Schwiegervater zum Wäsche waschen. Abends Mutti im Spital besuchen.
Ich vermisse es, dass ich so wenig kreativ sein kann. Aber mein Haushalt ist schon wieder ein Chaos. Kein Wunder nach zwei Tagen mit vier Kindern. Meine Freundin aus Zürich war mit Ihren beiden Mädchen da. Und wir waren die ganze Zeit unterwegs. Ikea, Alphabuchhandlung, Ruine Ödenburg, Hühner versorgen. Schön war’s!